Suchmaschinenoptimierung: So tickt Google – Teil 3

Eintrag von Norman Breitling am 22 January 2010 | 0 Kommentare

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Eine Session-ID ermöglicht die Identifizierung eines Besuchers und wird entweder in einem Cookie abgelegt oder in die URL mit aufgenommen. Sie besteht meistens aus einer Kette von Ziffern und Buchstaben und wird vom Server zufällig generiert. Daher ist es ausgeschlossen, dass zwei Besucher dieselbe Session-ID erhalten.

Von Thomas Kaiser

Generell ist es sehr zu empfehlen, die Session-ID in einem Cookie abzulegen und nur in die URL einzutragen, wenn Cookies nicht akzeptiert werden. Denn Session-IDs sind Gift für die Suchmaschinen, da sie URLs produzieren, die nur kurzfristig existieren. Daher meiden Suchmaschinen solche URLs. Suchmaschinen verwenden in der Regel Cookies, wenn sie Seiten indexieren. Um das Problem zu umgehen, können Sie auch den Canonical Link einsetzen oder eineXML-Sitemap bereitstellen.

Wenn Sie für Ihre Website die Session-ID einsetzen, prüfen Sie, ob im Index der Suchmaschinen solche URLs enthalten sind. Geben Sie hierzu in Google einfach site:www.ihredomain.de ein und gehen Sie sämtliche Ergebnisse durch. Wenn dort in den URLs eine Session-ID auftaucht, gibt es ein Problem. Bitte fragen Sie gegebenenfalls Ihren Webmaster oder Ihre Agentur, ob Session-IDs verwendet werden oder wie dieses Thema bereits angegangen wurde.

Alternativ können Sie auch in den Google Webmaster Tools nachsehen, welche URLs von Ihrer Website bei Google im Index sind und ob dort eine Session-ID enthalten ist.

Suchmaschinenoptimierung: HTTP-Header und HTML-Header

Der HTTP-Header wird vom Server bei einer Antwort ausgeliefert und sollte die wichtigsten Informationen enthalten. Achten Sie vor allem darauf, dass in dem Server steht, welche Sprache die ausgelieferte Seite verwendet. Zudem sollte der korrekte Zeichensatz (charset) angegeben sein, meistens ist es utf-8. Wenn die Angaben nicht mit den tatsächlich verwendeten Eigenschaften übereinstimmen, kann das zu einem Problem werden.

Gleiches gilt für den HTML-Header. Auch hier sollten Sie die Sprache und den verwendeten Zeichensatz angeben. Diese Information sollte unbedingt mit den Angaben im HTTP-Header übereinstimmen. Jedes Dokument sollte zudem den richtigen DOCTYPE enthalten. Wenn diese Angabe fehlt, interpretiert die Suchmaschine. Und es ist generell ein schlechter Ansatz, der Suchmaschine das Denken zu überlassen.

Adressbuch für das Web: Sitemaps

Es gibt im Rahmen von SEO (Search Engine Optimization, dt. Suchmaschinenoptimierung) zwei verschiedene Formen von Sitemaps: Die XML-Sitemap, die man erstellen und in den Google Webmaster Tools angeben kann, und eine Sitemap auf einer Website, die meist in Form einer Baumstruktur den gesamten Inhalt einer Website mit Links abbildet.

XML-Sitemaps

Eine XML-Sitemap ermöglicht es einem Website-Betreiber, den Suchmaschinen mitzuteilen, welche Seiten auf der Website existieren. Somit kann man dort auch Seiten melden, die eine Suchmaschine nicht von selbst findet.

Man kann dort auch die URLs ohne Session-ID angeben und dadurch die Session-ID aus den URLs für die Suchmaschinen entfernen. Allerdings machen sich die Suchmaschinen ihren eigenen Reim aus den Daten. Adressen, die Google nicht von selbst über die Startseite der Domain findet oder die nicht aus dem Web irgendwie verlinkt sind, werden in der Regel auch nicht indexiert.

Zudem sollten Sie unbedingt darauf achten, dass die XML-Sitemap korrekt ist. Sie müssen die Adresse der Sitemap den Suchmaschinen mitteilen. Bei Google erfolgt dies über die Webmaster Tools. Dort listet Google auch Probleme mit der XML-Sitemap auf.

Meine persönliche Empfehlung: Wenn Sie für eine optimale Indexierbarkeit Ihrer Website sorgen, sollten Sie auf eine XML-Sitemap verzichten. Google wird dann von selbst alles finden. Und wenn nicht, hilft eine solche Sitemap nicht in allen Fällen. Ist die Sitemap aber fehlerhaft, kann sie mehr Probleme bereiten als lösen. Und selbst wenn in den Webmaster Tools von Google keine Probleme berichtet werden, bedeutet dies nicht, dass die Sitemap korrekt ist.

Verwenden Sie ein CMS oder ein Shop-System, das automatisch eine Sitemap generieren kann, so prüfen Sie vorab durch eine Recherche im Internet, ob die Sitemap auch vollständig und optimal ist. In jedem Fall sollte diese auch von einem Fachmann manuell geprüft werden.

Website Sitemaps

Eine Sitemap innerhalb von Websites war mal sehr in Mode. Zum einen dachte man, man erleichtert den Besuchern das Auffinden der richtigen Seite. Aber mal ehrlich: Kein Mensch hangelt sich durch eine ewige Liste an Links, um den passenden zu finden. Heute übernehmen das Suchfunktionen innerhalb der Websites.

Zum anderen wollte man den Suchmaschinen etwas Gutes tun und ihnen eine Abkürzung zu allen Seiten der Website liefern. Was prinzipiell nicht verkehrt ist. Allerdings ersetzt eine solche Sitemap nicht die Arbeit, für eine optimale Seitenstruktur zu sorgen. Manche CMS erstellen eine solche Sitemap automatisch.

Irrwege: richtig weiterleiten

Weiterleitungen sind etwas völlig Normales. Werden beispielsweise bei einem Relaunch Seiten entfernt, empfiehlt sich eine Weiterleitung auf die neue Seite. So finden Besucher und Suchmaschinen die neuen Inhalte schneller.

Allerdings kann man Weiterleitungen auf verschiedene Arten implementieren, unter anderem mit einemMeta Refresh sowie Weiterleitungen per JavaScript. Letztere sind aber für Suchmaschinen meistens nicht lesbar, daher sollte man sie mit größter Vorsicht einsetzen (ein sinnvoller Einsatz kann beispielsweise eine Flash-Weiche sein, die den Besucher auf eine Flash-Variante der Website leitet).

Weiterleitungen per Meta-Refresh sind eigentlich nicht sinnvoll, da diese langsamer sind als serverseitige Weiterleitungen. Eine letzte indirekte Weiterleitung wäre ein 100 Prozent Frame, der dann die Zielseite anzeigt. Dies ist eine Art nicht sichtbarer Weiterleitung. Suchmaschinen verstehen aber Frames und würden einen solchen wie einen Link zur Zielseite werten.

Hier wollen wir detailliert auf das Thema serverseitige Weiterleitungen eingehen. Serverseitige Weiterleitungen werden vom Server mit den Status-Codes 30x gekennzeichnet. Der Status-Code wird bei einer Anfrage an einen Server in der Antwort mitgesendet. Diese bedeuten:

  • 300: Multiple Choices: Dokument wurde nicht gefunden, aber es gibt mehrere ähnliche Dokumente. Diese Antwort sollte möglichst ganz vermieden werden, da diese für Suchmaschinen der Antwort 404 gleichkommt (Seite existiert nicht).
  • 301: Moved permanently: Das Dokument ist dauerhaft umgezogen.
  • 302: Moved temporarily: Das Dokument ist vorübergehend umgezogen.
  • 303: See Other: Vergleichbar mit 302.

Sie können sich übrigens alle Status-Codes und deren Definition unterhttp://www.w3.org/Protocols/rfc2616/rfc2616-sec10.html ansehen. Suchmaschinen interpretieren diese Weiterleitungen unterschiedlich.

Es bestehen sogar Unterschiede zwischen den Suchmaschinen. Sie finden ein offizielles Dokument von Yahoo zu diesem Thema, welches die Unterschiede aufzeigt. Hier ging Yahoo mal positiv voran, denn Google hat solche klar definierten Regeln bisher nicht aufgestellt. Zwar verteidigt Matt Cutts den Weg von Google, da aus seiner Sicht solche statischen Regeln Probleme aufwerfen. Dennoch finde ich, dass die klaren Regeln von Yahoo besser sind.

In den meisten Fällen sind 301-Weiterleitungen zu bevorzugen, denn sie sind eine klare Anweisung an die Suchmaschinen, das Ziel zu indexieren. Wichtig ist vor allem, dass bestehende Linkpopularitäten vererbt werden. Hat eine Domain A beispielsweise 10 Links auf sich vereint und Domain B 100 Links, und leitet Domain A per 301 auf Domain B, so taucht in den Ergebnissen der Suchmaschinen nur noch Domain B auf.

Die Suchmaschine ordnet dann der Domain B die 110 Links zu. Bei der Suche nach der Domain A taucht dann in der Regel auch Domain B auf. Dies kann aber ein Problem sein, wenn beispielsweise eine Firma den Namen ändert. Wenn jemand nach Firma A sucht, aber nur Domain B findet, kann es passieren, dass er erst gar nicht auf den Link klickt.

Möglicherweise weiß er noch nichts davon, dass die Firma nun anders heißt. In jedem Fall muss man sich die Absicht und den Grund für einen Redirect (dt. Weiterleitung) ansehen, um entscheiden zu können, welche Weiterleitung man wählt.

Mit diesem Wissen können Sie verstehen, welches Know-how man benötigt, um ein vorhandenes Problem zu erkennen und zu beheben. Weiterleitungen spielen aber oft eine wichtige Rolle in diesem Zusammenhang. Mit einer falsch gewählten Weiterleitung kann man schon sehr schnell eine Domain aus Versehen aus dem Index werfen.

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus dem Buch Top Platzierungen bei Google & Co..

Link- und Buchtipps

Suchmaschinenoptimierung: So tickt Google – Teil 1

Suchmaschinenoptimierung: So tickt Google – Teil 2

Suchmaschinenoptimierung: So tickt Google – Teil 4

Suchmaschinenoptimierung: So tickt Google – Teil 5

Mittelstand Wissen: Online-Marketing

Thomas Kaiser: Top-Platzierungen bei Google & Co.

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